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CITY SKIPPER Bremerhaven:

30. März 2011, 20:53 Uhr

Streit um Einzelhandel in Bremerhaven

Quelle: http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/politikwirtschafteinzelhandelskonzept100.html 

Kaufmannschaft verlangt Gutachten

Die Bremerhavener Kaufmannschaft fordert von der Politik einen Plan für die weitere Entwicklung des Einzelhandels in der Stadt. Das ist das Ergebnis eines internen Treffens der Kaufleute. In Bremerhaven wird seit längerem über die Ansiedlungspolitik der großen Koalition gestritten.

Die Bremerhavener Kaufmannschaft ist sich einig: die Stadt ist längst mit Discount- und Baumärkten übersättigt. Neue Märkte, wie der geplante Baumarkt neben der Stadthalle, so sagen die Kaufleute, gefährdeten Arbeitsplätze und schwächten Innenstadt und Stadtteilzentren. Die 750 Einzelhändler mit ihren 5.000 Mitarbeitern verlangen deshalb von der Politik, dass sie sich jetzt klar gegen weitere, wahllose Ansiedlungen ausspricht. Stattdessen müsse ein Einzelhandelskonzept her. Von einem jetzt vorgelegten Gutachten sind die Bremerhavener Kaufleute enttäuscht. Das Papier gebe keine klare Linie vor, hieß es.

 

Dienstag, 29. März 2011 http://www.nordsee-zeitung.de/Home/Region/Bremerhaven/Schluss-mit-dem-Wahnsinn!-_arid,540012_puid,1_pageid,16.html

 

Bremerhaven. „Schluss mit dem Wahnsinn!“ Im Streit um das Einzelhandelsgutachten wird der Ton spürbar gereizter. Auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), dem Unternehmerverband Nordsee und der Marketingsinitiative der Bremerhavener Quartiere (MBQ), die heute unter dieser Überschrift gemeinsam zu einer Lagebesprechung einladen. Ihr Ziel: Die Politik soll sich eindeutiger als bisher dazu erklären. Von Rainer Donsbach

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Ein Überangebot an Supermärkten wird auch von den Gutachtern nicht bestritten. Bremerhaven liege elf Prozent über dem Bundesdurchschnitt . Nach Auffassung der Industrie- und Handelskammer, des Unternehmerverbandes Nordsee und der Marketingsinitiative der Bremerhavener Quartiere (MBQ) werden daraus aber die falschen Schlüsse gezogen.

Die drei Interessenvertretungen kritisieren eine inhaltliche Kehrtwende der Gutachter. Die hätten zunächst konstatiert, dass es in der Stadt ein Überangebot an Lebensmittel-Discountern gebe, dass sich solch ein großer Markt negativ auf den Einzelhandel in Lehe auswirken und die Entwicklungschancen des Stadtteils „deutlich einschränken“ werde. Bremerhaven liege immerhin elf Prozent über dem Bundesdurchschnitt. An dieser Stelle kam das Gutachten nach 83 Seiten eigentlich zum Schluss. Doch dann wurde zur Überraschung aller am Entwicklungsprozess Beteiligten noch ein mehrseitiger Zusatz angefügt, der die bis dahin getroffenen Empfehlungen wieder infrage stellt.

In der mehrseitigen Ergänzung, so die Kritiker, werde die Einschätzung vertreten, dass in den Stadtteilzentren auf Dauer nur noch die Grundversorgung organisiert werde könne und deswegen auf „großflächige Betriebsformen“ gesetzt werden müsse. „Im Klartext“, so die Kaufmannschaft, „bedeutet das: Die bisherige, unstrukturierte Ansiedlungspolitik geht weiter.“ Eine Bebauung des Phillips-Fields mit einem Vollsortimenter wie Kaufland sei wieder möglich.

Die IHK hatte schon im Vorfeld zu diesem Widerspruch eine klare politische Bewertung eingefordert. „Aus unserer Sicht haben die Stadtteile große Chancen, sich als lebendige Zentren weiterzuentwickeln“, sagte deren Vizepräsident Stephan Schulze-Aissen. „Wer nun unterstellt, dass Lehe und Geestemünde ohnehin bald tot sind und mit der Ansiedlung von Großmärkten nichts mehr kaputt zu machen ist, der muss das sagen.“

Dass sich die Stadtverordnetenversammlung „trotz fachlich begründeter Hinweise“ für eine Bebauung des Wilhelm-Kaisen-Platzes mit einem Bau- und Gartencenter ausgesprochen habe, lasse für die Zukunft Schlimmes befürchten. Die Kaufmannschaft müsse nun „deutlich vernehmbar ihre Stimme erheben und sich gemeinsam gegen ein ungezügeltes Ansiedeln großflächiger Betriebsformen aussprechen, um die weitere Zerstörung der Strukturen in den Stadtteil- und Ortszentren zu verhindern“.

Weiteren Zündstoff lieferte eine Auskunft des Rechtsamtes. Das habe auf schriftliche Anfrage der IHK ausgeschlossen, dass die Stadt ein Einzelhandelsgutachten zur Grundlage ihrer zukünftiger Entscheidungen machen wird. Es sei bedauerlich, so heißt es im Einladungstext, dass der vertrauensvolle Dialog mit den Vertretern der politischen Parteien nicht zu entsprechenden Entscheidungen führt.

 

Einzelhandelsgutachten

Das Gutachten soll klären, wie viel Einzelhandel die Stadt noch vertragen kann, wo ein Überangebot besteht und wo Bedarf herrscht. Die Forderung war während des Streits um die Ansiedlung eines Kaufland-Marktes auf dem Phillips-Field laut geworden. Die Kaufmannschaft kritisiert nun eine „Kehrtwendung“ der Gutachter.

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